Verkehrsanbindung Gruscheweg

Veröffentlicht am 13.12.2019 in Verkehr

Gleich zwei Anträge hat die SPD in der Sitzung der Gemeindevertretung am 12.12. gestellt, um das Wohngebiet am Gruscheweg umweltfreundlich an den Verkehr anzuschließen. Der Bus von Altlandsberg nach Hoppegarten soll ab 2021 über den Gruscheweg geführt werden. Außerdem soll eine Fahrradstraße das Gebiet mit dem Neuenhagener Zentrum verbinden.

Der erste Antrag wurde angenommen und der Bürgermeister beauftragt, entsprechende Verhandlungen zu führen.

Der zweite Antrag wurde auf den März 2020 verschoben. Dann soll das neue Gutachten der SVU Dreseden zur Schulwegsicherung vorliegen.

Im folgendem dokumentieren wir den Redebeitrag der Fraktionsvorsitzenden Marianne Hitzges

Ich erlaube mir gleich für beide Anträge der SPD-Fraktion zu sprechen. Das spart Zeit und inhaltlich gehört es zusammen.

Es ist Zeit zu handeln im Bereich des Klimaschutzes und der hat auch sehr viel mit dem Verkehr zu tun.

Nun ist uns klar, dass in einer so großflächigen und dünnbesiedelten Gemeinde wie Neuenhagen, das Auto nicht verzichtbar ist. Was wir aber machen können, ist die Alternativen zum individuellen Autofahren attraktiver zu machen.

Die Alternativen sind insbesondere der Fuß- und Radverkehr und eingeschränkt auch der ÖPNV. Und hier ist in den letzten Jahren zu wenig geschehen.

Bereits seit Februar 2016 gibt es die Empfehlungen der SVU Dresden zum Verkehr vom Gruscheweg bis zum Zentrum. Per Beschluss hat die Gemeindevertretung den Bürgermeister aufgefordert, die Empfehlungen zu prüfen und gegebenenfalls umzusetzen. Dies ist bis heute nicht geschehen.

Die einzige durchgeführte Maßnahme war der versenkbare Poller im Gruscheweg, der die Anwohner der Fichte- und der Jahnstraße schützten sollte und der gleichzeitig den Busverkehr durch den Gruscheweg ermöglicht. Aber auch diese intelligente Lösung wird heute schon wieder in Frage gestellt.

Unsere beiden jetzt gestellten Anträge folgen der Empfehlung der SVU Dresden. Diese ist ja übrigens wieder durch die Gemeinde beauftragt worden, eine Studie zu Schulwegsicherung in Neuenhagen durchzuführen.

Die SVU hatte seinerzeit festgestellt, dass der Fahrradverkehr über die Hauptstraße zum Zentrum absolut unzureichend ist. Empfohlen wurde stattdessen, den Radverkehr zur Thälmannstraße zu führen und diese barrierefrei auszubauen.

Wie richtig die SVU schon 2016 lag, zeigen aktuelle Aussagen der Unfallkommission des Landkreises. Danach haben insbesondere die Unfälle mit dem Fahrrad zugenommen und hier besonders auf der Hauptstraße in Neuenhagen.

Nun haben wir bereits einen Grundsatzbeschluss gefasst, die Thälmannstraße barrierefrei auszubauen. Nun sollten wir auch den Zugang von den Wohngebieten hierhin gestalten. Diesem Ziel dient die Einrichtung der Fahrradstraße in der Rüdesheimer Straße und Teilen der Annenstraße. Die Anwohner werden dadurch nicht behindert.

Die Rüdesheimerstraße soll auf keinen Fall zum Gruscheweg durchgestreckt werden. Dies würde den Grünzug durchschneiden und Verkehr in das Wohngebiet locken.

Nun wurde argumentiert, man solle den Vorschlag doch an den Verkehrsbeirat überweisen. Dieser existiert aber immer noch nicht, obwohl die Fraktionen bereits im März 2018 um Vorschläge für die Besetzung gebeten wurden. Es gibt bis heute nicht mal ein Konzept für den Beirat.

Klar ist aber, ein Beirat ist ein Beratungsgremium. Entscheidungen müssen durch die Gemeindevertretung getroffen werden.

Bei den heute zu beratenden Anträgen benötigen wir kein Beratungsgremium. Die Beratung hat durch die SVU Dresden stattgefunden.

Bei unseren Anträgen handelt es sich auch nicht um Einzelmaßnahmen. Sie sind vielmehr Bestandteile eines umfassenden Gesamtkonzeptes der SVU Dresden zur Lösung der Verkehrsprobleme zwischen den Wohngebieten am Gruscheweg und dem Zentrum.

Abschließend einige Anmerkungen zum Antrag ÖPNV. Hier wurde gesagt, der Antrag käme zu früh, da im Gruscheweg noch viel gebaut wird. Wer den Antrag gelesen hat, der hat gesehen, dass die Buslinie nach Abschluss der Bauarbeiten Ende 2020 eingerichtet werden soll. Um dies zu erreichen, müssen aber schnell Verhandlungen mit dem Kreis und der Stadt Altlandsberg aufgenommen werden. Beim Nahverkehrsplan, der ab 2020 in Kraft tritt, wurde der Wunsch nach dieser Busverbindung bereits durch die Gemeinde Neuenhagen eingereicht. Im Kreis wurde mitgeteilt, man wolle erst die Entwicklung des Baugebietes abwarten. Die Verlegung der Strecke sei auch im laufenden Nahverkehrsplan möglich.

Es ist Zeit zu handeln. Daher bitte ich um Zustimmung für beide Anträge.

 

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