Radfahrer werden wieder vertröstet

Veröffentlicht am 26.01.2021 in Verkehr

Folgender Leserbrief an die MOZ wurde uns von Jürgen Hitzges zur Verfügung gestellt, vielen Dank dafür:

Keine Fahrradachse

Mit großem Verständnis habe ich gelesen, dass Die Linke und die SPD kritisiert haben, dass der Bürgermeister die Empfehlung von zwei Verkehrsgutachten, eine Fahrradachse vom Gruscheweg zum Neuenhagener Zentrum einzurichten, auf die nächste Legislaturperiode vertagt hat.

Wirklich unverständlich ist, dass der Bürgermeister auf zu hohe Kosten verwies. Nach der Vorlage der Verwaltung hätte die Maßnahme 20.000 Euro gekostet. Bei einem Gesamtprojekt von 5 bis 6 Millionen Euro eine der preiswertesten Maßnahmen.

Worum geht es bei dieser Fahrradachse? Der Weg zwischen Gruscheweg und Rüdesheimer Straße soll weiterhin für den Autoverkehr gesperrt bleiben. Dies kostet nichts und schreibt nur den derzeitigen Stand fest. Die Rüdesheimer Straße wird zur Fahrradstraße (Anlieger frei für Kfz). Da die Straße ausgebaut ist, entstehen hier nur geringe Kosten für Schilder und Fahrbahnmarkierungen. An der Bedarfsampel an der Hauptstraße werden zusätzliche Anforderungsschalter für Radfahrer eingerichtet, damit diese nicht absteigen und auf den Bürgersteig ausweichen müssen. Die Annenstraße bis zur Ernst-Thälmann-Straße wird zur Fahrradstraße (Anlieger frei für Kfz). Der Ausbau dieser Straße ist eh geplant. Hier entstehen also keine Kosten. Danach soll es über die barrierefreie Ernst-Thälmann-Straße für Radfahrer zum Zentrum und zum S-Bahnhof gehen. Diese Maßnahme ist bereits geplant. Kosten entstehen hier nicht zusätzlich.

Warum also der Widerstand des Bürgermeisters und der Verwaltung? Will Herr Scharnke sich immer noch ein Türchen offenlassen, um den Verkehr aus dem Gruscheweg über die Rüdesheimer Straße und die Speyer Straße leiten?

 

Wir schließen uns dem Unverständnis Jürgen Hitzges an. Warum ist es so schwierig, endlich vernünftige und tragfähige Lösungen für Radwege zu finden? Das gilt nicht nur für Neuenhagen - auch in Hoppegarten liegt noch immer vieles brach. Wir alle wollen unnötigen Autoverkehr mindern und dennoch werden die Prioritäten für ein sicheres und vollständiges Radwegenetz dort, wo sie möglich wären, nicht gesetzt. Gerangel um Zuständigkeiten und Ankauf von Flächen führen auch in Hoppegarten an vielen Stellen für Stillstand. Der Lächerlichkeit preisgegeben endet dort, wo Berlin endet, der ausgebaute Radweg auf der Dahlwitzer Landstraße. Bar jeglicher Sicherheit und begleitet vom Unverständnis und der Nervosität der sich dahinter aufstauenden Fahrzeuge geht es auf der Fahrbahn weiter bis zur B1.

Andrea Timm

26.01.2021

 

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