Landesnahverkehrsplan

Veröffentlicht am 29.06.2022 in Landespolitik

Jörg Vogelsänger, MdL: Vorschläge für LNVP 2023-27

Die Metropol-Region Berlin – Brandenburg erlebt heute eine Entwicklung, die vor einer Dekade niemand vorhersah. Ein-Familien-, Mehrfamilienhäuser entstehen, Siedlungen wachsen heran. Ebenso der Bedarf an Öffentlichen Verkehrsmitteln. Das ist jedoch keine neue Entwicklung. Der Landesnahverkehrsplan (LNVP) ist ein gutes Instrument, um den Bedarf zur ermitteln und Strecken für Busse und Bahnen auszubauen aber auch zu reaktivieren. Der Entwurf für die Jahre 1923 - 27 liegt vor, Jörg Vogelsänger, Mitglied des Landtages hat Hinweise und Anregungen zusammengestellt.

Anregungen in Stichpunkten

  • 10-Minuten-Takt bei der S5 von Hoppegarten - Strausberg mit Beseitigung von niveaugleichen Bahnübergängen
  • Beschleunigung Neubau Bahnhof Fangschleuse
  • Weiterführung der RB 35 von Bad Saarow über Fürstenwalde (Spree), Tesla nach Erkner
  • Prüfung neuer Bahnhaltepunkte für die Regionalbahn in Erkner Buchhorst/Karutzhöhe
  • Beschleunigter Ausbau der Ostbahn mit Sonderfinanzierung
  • Prüfung neuer Haltepunkt Hoppegarten an der Ostbahn (RB 26)
  • Verzicht auf Haltepunkt Berlin-Mahlsdorf (RB 26)
  • Wiederinbetriebnahme der Bahnstrecke Rüdersdorf - Fredersdorf für den Personenverkehr
  • Regelmäßiger ÖPNV auf der Stecke Müncheberg nach Buckow
  • Streichung des Vorhaben Müncheberg nach Müncheberg Stadt aus dem LNVP
  • Streichung des Vorhabens Hoppegarten über Neuenhagen nach Altlandsberg aus dem LNVP
  • Berücksichtigung des Lärmschutzes

S-Bahnen

Bereits im Jahr 1928 erhielt Erkner einen S-Bahn Anschluss und kurz nach dem Krieg im Jahre 1948 wurde die Strecke nach Strausberg elektrifiziert. Heute gehört die S-Bahn gehört zur Region und zu Brandenburg. Und ein 10-Minuten-Takt der S 5 von Hoppegarten nach Strausberg wird notwendiger denn je. Ein abgestimmter Planungsablauf ist dringend notwendig. Dazu gehört auch  die Beseitigung niveaugleicher Bahnübergänge als konzertierte Aktion!

Besonders starken Stau im Straßenverkehr gibt es bei den niveaugleichen Bahnübergängen in Birkenstein (L339) und Neuenhagen bei Berlin, Hauptstraße (L338). Bei letzterem kommen noch zahlreiche Einsätze von Rettungsfahrzeugen dazu. Bei geschlossenen Schranken geht wertvolle Zeit verloren geht. Unterführungen oder Brücken können hier Leben retten.

Beim Regionalexpress-1 sind wir auf gutem Weg. Ab Dezember 2022 fährt der RE 1 von Erkner, Fürstenwalde (Spree) und Frankfurt (Oder) in der Hauptverkehrszeit im 20-Minuten-Takt. Der neue Bahnhof Fangschleuse in der Nähe vom Tesla Werk mit großem Park + Ride-Platz soll im Jahre 2026 eröffnet werden. Dieser Bahnhof liegt im attraktiven Tarifbereich C und könnte damit auch eine Entlastung für die vielbefahrene Stadt Erkner darstellen. Meine Bitte wäre hier Beschleunigungen bei der Umsetzung des Vorhabens zu prüfen.

Bei den Überlegungen der Anbindung der Tesla Fabrik an den ÖPNV darf es nach meiner Auffassung keine Denkverbote geben. Die Verlängerung der Regionalbahn 35 von Bad Saarow über Fürstenwalde (Spree), dem Tesla-Gelände nach Erkner wäre eine Option. In diesem Zusammenhang sollte auch ein zusätzlicher Bahnhaltepunkt im Bereich Erkner Buchhorst/Karutzhöhe geprüft werden. Hierzu liegt ein entsprechender Beschluss der Stadtverordnetenversammlung Erkner vor. Ziel ist hier auch eine Entlastung der vielbefahrenen Friedrichstraße in Erkner.

Ostbahn aktivieren

Eine lange Geschichte hat die Ostbahn. Ihre Bedeutung steigt mit den aktuellen Ereignissen in Osteuropa. In Polen wurde das eher erkannt als in Deutschland. Das ist keinerlei Kritik an den regionalen Akteuren, insbesondere nicht an unseren Landrat Gernot Schmidt.

Zu begrüßen ist, dass sich die Ostbahn im Entwurf des Landesnahverkehrsplanes (LNVP) mit dem Ziel „Beschleunigung der Linienführung durch Infrastrukturausbau“ wiederfindet. Sie war auch beim Brandenburg/Berliner Bahngipfel ein wichtiges Thema. Diese Situation sollten wir nutzen. Ein Ausbau aus Mitteln der EU für europäische Korridore oder aus dem 100 Milliarden Programm könnte den Ausbau beschleunigen.

Die Prüfung eines Haltepunktes der Ostbahn im Mittelzentrum Neuenhagen/Hoppegarten (RB 26) ist angeraten. Hier entsteht im Bahnhofsbereich nach Beschluss der Gemeindevertretung ein großes, neues Entwicklungsgebiet mit Schulcampus. Weiterhin ist die Pferde-Rennbahn in unmittelbarer Nähe. Der Halt der Ostbahn in Berlin-Mahlsdorf ist nicht unbedingt notwendig.

Bahnstrecken überprüfen

Bahnstrecken, die nicht mehr für den ÖPNV genutzt werden oder Reaktivierung von stillgelegten Gleisen sind auch Teil des LNVP. Erste Priorität einer Prüfung sollten vorhandene und betriebene Bahnstrecken haben. Das betrifft natürlich auch meine Region, die ich im Landtag Brandenburg vertrete.

Die Strecke Rüdersdorf (bei Berlin) über Petershagen nach Fredersdorf ist mit ihrem Güterverkehr regelmäßig in Betrieb. Rüdersdorf hat Entwicklungspotentiale, die durch einen direkten Bahnanschluss noch besser genutzt werden können.

In den Sommermonaten wird von einem Museumsverein die Strecke von Müncheberg nach Buckow in die Märkische Schweiz betrieben. Nicht nur aus touristischen Aspekten finde ich eine Wiederaufnahme von Interesse. Buckow liegt sehr nahe an der Ostbahn und könnte durch eine regelmäßige Schienenanbindung an Attraktivität gewinnen.

Keine weiteren Untersuchungen sollten bei den Strecken Hoppegarten über Neuenhagen bei Berlin nach Altlandsberg erfolgen. Diese sollte aus dem Entwurf LNVP 2023 bis 2027 gestrichen werden.

Neuenhagen bei Berlin ist bei letzterer Strecke bis auf ein Flurstück Eigentümer und die Gemeindevertretung hat mit großer Mehrheit den Bau eines Radschnellweges auf der alten Bahntrasse beschlossen. Damit erübrigt sich für mich eine weitere Diskussion zur Wiederbelebung der Eisenbahnstrecke. Weitere Verbesserungen im Schienenverkehr sind dringend notwendig. Zu diesem Komplex gehört auch der Lärmschutz. Handlungsbedarf besteht besonders bei der Bahnstrecke Berlin-Erkner-Fürstenwalde (Spree)-Frankfurt (Oder).

 

Homepage SPD Hoppegarten/Neuenhagen

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